Im Kuriositätenkabinett

*

*

*
*

Was Harald Lesch zur Astrologie sagt, trifft im Wesentlichen zu auf „zeitgenössische Lyrik.“ Sie ist angewiesen auf einen Apparat des leeren Geredes, das sie selbst erzeugt, und das die „Interpreten“ dann ebenso leer „interpretieren.“
Trotzdem kann man auch als Naturwissenschaftler heute gegenüber der traditionellen Astrologie eine gewisse Souveränität walten lassen.
Man muss sich als gestandener Naturwisschaftler/Philosoph heute nicht mehr „in aufklärerischer Manier“ über die Astrologie lustig machen.
Das wäre nicht souverän. Das Selbe gilt für den „aufklärerischen Impuls“ gegen die Alchemie.  Beide Disziplinen, sowohl die Astrologie als auch die Alchemie gehören zur Wissenschaftsgeschichte.
Eigentlich darf man sich als Wissenschaftler niemals überheblich oder herablassend als „Heutiger“ gegenüber bestimmenden Bestandteilen der eigenen Geschichte äußern, weil man es heute vermeintlich „besser weiß“.

Genau daraus erwuchs ja die Hybris der „Aufklärung“, die glaubte, sich als „Besserwissende“ gegen die Vergangenheit wenden zu können. Gegen die Wurzeln, gegen den Prozess der Bewegung, und letztlich gegen die Ökologie des Geistes.

Man bedenke dabei, dass es für den ersten und wichtigen Naturwissenschaftler Thales noch selbstverständlich gewesen sein soll, per astrologischer Wesensschau den Ertrag einer Olivenernte einzuschätzen. Und noch Keppler, ein anderer wichtiger Naturwissenschafltler, war im Hauptjob Astrologe und zugleich der erste Autor, der eine Raumfahrt beschrieben hatte. Und die letzten einhundert Jahre menschlicher Geschichte belehren uns nicht immer und jeder Zeit darüber, dass „Aufklärung“ im platten Sinne des Begriffs ausschließlich Gutes gebracht hat.
Ich finde, dass man auch als „aufgeklärter“ Naturwissenschenaftler diese Zusammenhänge würdigen kann, ohne sich deshalb dem Verdacht auszusetzen, man sei ein „Esoteriker“  – im schlechten „unaufgeklärten“ Sinne des Begriffs.

Was die Mythologie betrifft – und die daraus abgeleitete und darauf aufbauende echte, wirkliche und wahre Dichtung – da darf man heute
eine durchaus „hellhörige“ Perspektive einnehmen.
Mir wurde jedenfalls in letzter Zeit immer klarer, dass Hölderlins Frage: Wozu Dichter? – genau die Wegscheide markiert, wo sich die nur glänzenwollende Artistik und das Ausstellen von totem  Literaturwissen a la Raoul Schrott, Grünbein, Peter Hacks, Enzensberger, Botho Strauß, Monika Rinck etc….von der wirklich funkelnden Dichung abhebt.
Theodor Däubler, Yvan Goll waren die Funkelnden, Greßmann auch noch….danach kam eigentlich nur noch Müll.

Wer immer nur so glänzen will, der verliert sein Funkeln.

Zugespitzt das Seyn.
Keil, Klinge, Feuerstein.

Am Grammatoskop: Die Sage. / oder: Der Mythos als Endosingularität und künstliche Intelligenz.

Im Dunkeln ist gut Funkeln.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s