Archäologie: Der Stein des Verständnis‘

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Der Mensch als erwägende Waage. (Latmos-Gebirge, Karadere-Höhle)

Hier hatte sich schon einige Male gezeigt, wie ein Wahrnehmungsgefüge
von Sprache nach Sehen, oder von Sehen nach Sprache ein archeologisches
Tiefenbohrgerät ausbildet.

Vermutlich ist das Wort „Ver-Stand“ mit dem „Ver-Stehen“  ebenfalls ein besonders auffälliges Exemplar.

Man muss dafür ganz leicht kontemplieren und sich hinein-fühlen in eine andere Zeit –

– als vor ca. 10 bis 20 Tausend Jahren der gerade aufschauende Mensch einen anderen Menschen einfach „nur dastehen“ sieht – hat er etwas Mysteriöses gesehen.

Er sah –  einen anderen Menschen  – einfach  – so –  da  – stehen.

So etwas dürfte lange  Zeit ein erstaunlicher Anblick gewesen sein.

Dass der Mensch den aufrechten Gang geht, wurde schon gerüchteweise oft genug kolportiert. Dass er aber auch einfach- so-dastehen-kann, ist im Grunde  noch nicht so oft bemerkt worden.

Gehen, Rennen oder Laufen kann jeder.

Aber das-einfach- so-da-stehen, war vor 20 bis 10 Tausend Jahren ein Privileg, das der Erfahrung nach nur –

–  den Steinen vorbehalten war.

Selbst Bäume können nicht einfach so da stehen, wie ein Stein. Sie müssen wurzeln.  Meistens bewegen sie sich irgendwo noch an einem Blatt.

Tiere können nicht einfach so da stehen.

Zwar können  Tiere stille stehen, aber sie stehen immer auf 4 Beinen, was ja „keine Kunst“ ist. Oder als Vogel auf einem Bein. Oder schon auch auf zwei Beinen. Aber Vögel gelten nicht, weil sie nicht „umfallen“ können. Sie können fliegen. Und weil sie fliegen können, können sie nicht „einfach so da stehen“ wie ein Mensch.  Das „einfach so da stehen“ von Tieren hat zumeist einen durchschaubaren Grund. Entweder wittern sie oder sie ruhen…oder…. trotzdem kann nur der Mensch auf eine bestimmte „ver-stehende“ Art oder auf eine „ge-fällige“ Art  – einfach so da stehen.

Die „Kunst“ ist – auf  2 Beinen einfach so da zu stehen. Und zwar, ohne zu wurzeln, ohne zu wittern, aber auch:  Ohne auf 4 Beinen zu stehen.

Ein Mensch aber kann auf eine ziemlich unheimliche Art „einfach so dastehen“.

Das Einfach-so-da-stehen eines Menschen, kann mehrere Gründe haben.

1. Er „hält“ „inne.“
2. Er „lauert“.
3. Er ist ein Stein. (?)
4. Er erWÄGT etwas. /Er denkt nach.
5. Er ver-STEHT etwas.

Ich habe die Vermutung, dass die Steingebilde von Stonehenge, oder überhaupt: das Aufstellen von schweren Steinen höchstwahrscheinlich dem „Wunder des Einfach-So-Da-Stehens“ gewidmet sind.

Sie sind dem VER-STAND gewidmet.

Es wird immer gefragt: Wie haben die das gemacht,
so eine schwere Arbeit, solche schweren Steine mit quasi nichts
zu bearbeiten und dann aufzustellen. Wozu der Aufwand?

Aber man kann sich vorSTELLEN: Wenn die Grunderfahrung damals eines Menschen gewesen ist – wie im Einfach-so-da-Stehen, das heißt:
in einem Moment der „Verhaltenheit“ und des erWÄGENDEN,
und im „Inne-Halten“ jemand etwas VER-STEHT – oder sich
VOR-STELLT.

– dann begreift man sofort den Aufwand und logischer Weise die
Bedeutung von „Steinen, die einfach so da stehen.“

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Zum Ver-STÄNDNIS: stone henge („hängende Steine“) Hier wird das „Gleich-GEWICHT“ über das DA-STEHEN auf zwei Beinen ausbalanciert. Der Querstein oben ist das ER-WÄGENDE Organ. Die ÜBER-LEGUNG.
So ver-STEHT man sofort, die  – inne-haltende – Not-Wendigkeit und den Ansporn für den Bau von  Stein-Anlagen. Und man verSTEHT auch die quergelegten Decksteine. Diese quergelegten Decksteine oben sind möglicherweise überdimensionale WAAGEN – welche die Grund-Erfahrung der KonTEMPLation als ein Er-WÄGEN inmitten der Gravitation zu einem gravitätischen DENK-MAL zu einem  ERWÄGE-MAL  in die Landschaft bauen.

Der Mensch ist der ER-WÄGENDE und der VER-STEHENDE
Daher vielleicht auch die T-Form vieler Steinkonstruktionen.
Das T ist eine Waage… und damit eben durchaus der erwägenden
Gravität und der Gravitation gewidmet.

Das erWÄGENDE Gleichgewicht, dass immer ein Ungleichgewicht braucht,
um ein VER-STEHEN zu realisieren.

Menschenbilder, Latmosgebirge. ca 7000 Jahre alt.

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