Das Schelling-Gerät

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Gewidmet  der Geschwindigkeit des Lichts im großen Science-Fiktion-Kino, Fritz Lang, Stanley Kubrik, Andrei Tarkowskie, Ridley Scott, Robert Zemeckie, Alfonso Guaron, Steven Spielberg, Christopher Nolan  etc….
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Wenn man bedenkt, dass Schelling 100 Jahre vor Einstein und Gödel gelebt hat, kann man nur staunen. Dabei formuliert Schelling sogar um einen Tic genauer als Einstein. Er ahnt schon 1809, wie  Schwerkraft und Licht sich in einem rotierenden selbstadjustierenden Wechsel-Verhältnis abbilden. Das große Kino lebt, illuminiert und gestaltet „schwere“ Philosophie. Als Science-Fiktion-Fan freut mich das. Frage mich allerdings auch, was über Schelling und Heidegger hinaus und neben dem großen Cinema sonst noch  zukunftsinitiale Kunst genannt werden kann.*
Schelling schreibt:„…Analogisch kann dieses Verhältnis durch das zwischen Schwerkraft und Licht erläutert werden. Die Schwerkraft geht vor dem Licht her als dessen ewig dunkler Grund, der selbst nicht actu ist, und entflieht in die Nacht, indem das Licht (das Existierende) aufgeht. Selbst das Licht löst das Siegel nicht völlig, unter dem sie beschlossen liegt. Sie ist eben darum weder das reine Wesen noch auch das aktuale Sein der absoluten Identität, sondern folgt nur aus ihrer Natur; oder i s t sie, nämlich in der bestimmten Potenz betrachtet: denn übrigens gehört auch das, was beziehungsweise auf die Schwerkraft als existierend erscheint, an sich wieder zu dem Grunde, und Natur im allgemeinen ist daher alles, was jenseits des absoluten Seins der absoluten Identität liegt. Was übrigens jenes Vorhergehen betrifft, so ist es weder als Vorhergehen der Zeit nach, noch als Priorität des Wesens zu denken.
In dem Zirkel, daraus alles wird, ist es kein Widerspruch, daß das, wodurch das Eine erzeugt wird, selbst wieder von ihm gezeugt werde. Es ist hier kein Erstes und kein Letztes, weil alles sich gegenseitig voraussetzt, keins das andre und doch nicht ohne das andre ist. …
(Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, Über das Wesen der menschlichen
Freiheit 1809) Etc Pi Pi….
“Wie die Natur die Wesen überläßt dem Wagnis ihrer dumpfen Lust und keins besonders schützt in Scholle und Geäst, so sind auch wir dem Urgrund unsres Seins nicht weiter lieb; es wagt uns. Nur daß wir, mehr noch als Pflanze oder Tier mit diesem Wagnis gehn, es wollen, manchmal auch wagender sind (und nicht aus Eigennutz), als selbst das Leben ist, um einen Hauch wagender …. Dies schafft uns, außerhalb von Schutz, ein Sichersein, dort, wo die Schwerkraft wirkt der reinen Kräfte; was uns schließlich birgt, ist unser Schutzlossein und daß wirs so ins Offne wandten, da wirs drohen sahen, um es, im weitsten Umkreis irgendwo, wo das Gesetz uns anrührt, zu bejahen.” (Rainer Maria Rilke, späte Gedichte, 1924)

No words.  Poetry….

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