Der Thermische Kondor (Nach Albert Einstein)

Nur was schwer ist, kann auch schweben.

Was sich nicht wiegt, wird auch nicht fliegen.

Gedanken zu einem eye-genartigen Universum. (Für Albert Zweistein.)

1. vorgeschaltete Frage:
Ein Mensch, der  – wie man sagt – ein Ziel ins Auge fasst, dass er erreichen will, zum Beispiel einen Stern, muss dieses Ziel dauernd er-innern – damit er es  – wie es dann heißt:  „nicht aus dem Auge verliert.“

Ein Ziel erreichen wollen heißt: Das Ziel dauernd er:innern. Der Mensch erinnert sein Ziel, das er erreichen will. Wenn er aber das Ziel – dauernd erinnern muss – um es zu erreichen – liegt das Ziel dann in der Vergangenheit oder in der Zukunft?

Ein Astronom, der – mit dem Vorsatz –  einen Stern zu beobachten, an sein Teleskop geht, steht vor einem philosophischen Problem: Da sein Beobachtenwollen sein Vorsatz ist, müsste der Stern für ihn die Zukunft sein.  Als Astronom aber weiß er, dass er „in Wirklichkeit“ (oder angeblich) nur die Vergangenheit des Sterns sieht. Er sieht den Stern so, wie er z. B. „vor 3000 Lichtjahren“ war. Schaut der Astronom die Zukunft oder die Vergangenheit?  Woher weiß die „Vergangenheit“ des Sterns, dass sie  „in Zukunft“ von dem Astronomen beobachtet wird? Woher kennt der Astronom den Stern? Woher kennt er das Teleskop? Kennt er das Teleskop aus der Erinnerung oder aus der Zukunft?


2.  Frage:

Wenn ich einen Menschen – zum Beispiel –  in 100 Metern Entfernung sehe,
dann sage  ich: Der sieht aber ganz schön klein aus.
Wenn ich zu dem Menschen hingehe – mache – ich den Menschen größer.
Das heißt: Ich MACHE einen „Unter“-schied zwischen klein (vorher weit weg) und groß (nachher nah dran)  In dem ich zu dem Menschen hingehe, wende ich Energie auf  – oder auch eine gewisse Zeit  – oder einen Weg.  Ich MACHE einen „Unter“schied.

Eine allzuschnelle Antwort lautet hier immer: Der Größen“unter“schied
auf Entfernungen sei eine „optische Täuschung“. Hier darf man sich fragen, ob das wirklich so ist, ob das kosmologisch korrekt gedacht ist. Ob die Annahme einer optischen Täuschung den TATsachen entspricht?
Oder vielmehr: Was ist eine Täuschung? – wenn doch Täuschung  im Wortsinne auf einen TAUSCH verweist.

Sind nicht alle „Unter“schiede und „Unter“scheidungen geMACHTE Unterschiede, die mit einem Energieverbrauch oder mit einem zeitlichen oder technisch (dauernden)  Aufwand sich ver-GLEICHEN. – ?

Ist nicht jeder Unterschied, den ich „feststelle“ immer ein ge-machter Unterschied, der mit einem Energie – oder Zeitaufwand vertäuscht ist?
Oder mit einem UNTER-WEGS-SEYN?

Und: Sind nicht alle Größen – und Massenverhältnisse im Universum in einem ge-machten Sinne aufeinander bezogen – in einem PROZESS des DAUERNDEN VER-GLEICHS – in der Rotation? (Bogen/Beuge) – ihrem UNTERwegs-SEYN?
In einem Ab-TAUSCH.

Wenn ich ein Fernglas benutze, anstatt zu dem Menschen hinzugehen, dann benutze ich nicht einfach nur ein Ding. Ich „benutze“ eine lange lange
Evolutionsgeschichte, die bis zu meinem Entschluss und dem „Gerät Fernglas“ –
g e r a t e n  ist.
Bescheidener: Die Evolutionsgeschichte „benutzt“ mich. Wenn mir „eingefallen ist“ – dass ich ein Fernglas benutzen kann, dann habe ich das Fernglas „erinnert“. Wenn ich zu einem Fernglas greife – kommt das Fernglas aus der Vergangenheit (meine Erinnerung) oder kommt es aus der Zukunft auf mich zu?

(Die Tatsache, dass ein Fernglas auch verkehrt-herum benutzbar ist, so dass die Dinge in die Ferne rücken – kann in einem vertäuschten/vertauschten Sinne auch darauf verweisen, dass die SCHAU der Welt insgesamt tauschbar ist. )

3.  Frage:

Wenn ein  hypothetischer Zeitreisender in die Vergangenheit reist, um seinen Groß-Vater zu ermorden, noch bevor der die Großmutter kennengelernt hat,  dann gilt dieses Paradox bis heute immer als „kniffliges Problem“ zum Thema Zeitreisen.

Wirklich knifflig aber ist  ein anderes Problem: Wenn ich in die
Vergangenheit reisen wollte mit dem „Vorsatz“, meinen Großvater zu töten, dann würde ich ja einem „Vorsatz“ folgen, der auf ein Ziel gerichtet ist.

Liegt das „Ziel“ meiner Reise dann in „meiner“  Vergangenheit oder in „meiner“ Zukunft?

(was ist eigentlich mit den vielen Blumentöpfen und Ziegelsteinen, die den Großvater nicht erschlagen oder nur knapp verfehlt haben? Waren all diese nicht heruntergefallenen Blumentöpfe und  danebentreffenden Ziegelsteine „freundliche Boten“ aus der Zukunft meines Großvaters?)

4.  vorgeschaltete Frage:

Warum verbrennt eine geknüllte Papierkugel in einem Ofen langsamer als das lose Blatt vom selben Papier, wenn es ungeknüllt bleibt?
Hier kommt oft die allzuschnelle Antwort: Die geknüllte
Papierkugel brennt über die Zeit betrachtet „kühler“ – und deshalb „langsamer“.

Das beantwortet aber nicht die Frage, was das eigentlich bedeutet.

Denn „kühler als“ und „langsamer als“  sind Aussagen in einem Vergleichs-Prozess, denn die Zeit, in der die ge-gnüllte Kugel langsamer verbrennt, kann mit einem Weg verknüpft werden, der irreversibel ist.  Zum Beispiel ein Fluchtweg!

Was also bedeutet das Verhältnis kühler – langsamer/heißer – schneller? – Was bedeutet das kosmologisch – bezogen auf die Form und die Dauer – und bezogen auf Wege ebenso wie auf Entfernungen?

5. vorgeschaltete Frage:

Die Lichtgeschwindigkeit wird mit Metern pro Sekunde angegeben. Wenn aber in einer beschleunigten Rakete sowohl die Längen sich verkürzen bzw. die Zeit sich verlangsamt (Längen-Kontraktion bzw. Zeit-Dillatation) woher wollen wir dann wissen, was ein METER und eine SEKUNDE , eine ZAHL  oder ein GRAMM in diesem Universum „objektiv“ – ist?
Da jeder „Beobachter“ in diesem Universum bogenförmig in einer Beuge oder in einem Bogen (Kreisbeschleunigung) sich befindet – was kann er dann noch über METER oder SEKUNDEN aussagen?  Zumal das Universum sich dazu auch noch beschleunigt dehnt? Was ist die EINS oder eine ZAHL,  ein METER oder eine SEKUNDE objektiv? (Gödel- Einstein – Disput: bis heute einfach unter den Tisch gewischt.)
. . .

Einstein war ein toller Naturwissenschaftler. Seine Entdeckungen gründen in einer philosophischen ErWÄGUNG. Dem Äquivalenzprinzip von Ernst Mach. Albert Einsteins ErWÄGUNG zur Äquivalenz war ein VER-GLEICHS-PROZESS in einer denkerischen Imagination. (Die Betonung bei Vergleichsprozess muss immer auf Prozess liegen.)

( Wortverwandtschaft equilibrium/äquivalenz)

Einstein konnte überhaupt nur deshalb zwei bewegte Beobachter sich imaginieren, weil er selbst ebenfalls bewegt war – thermisch kreisend durchblutet.

Einstein musste die Maxwell-Funktionen ER-INNERN.

Kommen die Maxwell-Funktionen aus Einsteins Zukunft oder aus Einsteins Vergangenheit?

Die beiden Relativitätstheorien sind richtig, insofern sie „funktionieren“.
Aber eine Funktion muss doch immer wieder neu funktionieren.  Sie muss – dauernd – funktionieren – in einem dauernden VER-GLEICH(S-Prozess).

So wird sich in den nächsten Jahren erweisen, dass alle sogenannten Naturkonstanten sich ständig abgleichend im Strom des Bewusstseins als ein Verhältnis zum  thermischen Bogen des Alls selbstadjustieren  – so – wie ein Wirbel in einer Strömung sich immer „selbstadjustiert“….und bewegend nach vorn rollend stabilisiert. Diese Selbstadjustierung macht „Konstanten“.

Die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit – ist gültig für ein Bewusstsein, das in einem bestimmten Verhältniss/Vergleichs-Prozess aus der DAUER evolutionär hervorgewachsen ist.

Heidegger sprach einmal vom „Hüten des Seyns“. Aber dieses Hüten kann als aktiver Prozess gesehen werden, wenn man weiß, dass eine Herde zum Beispiel von einem Hüte-Hund immer umkreist werden muss, damit sie beieinander bleibt. So ist unser Bewusstsein der kreisende Hüte-Hund unserer Naturkonstanten.

So auch der thermische Kondor, der in der Luft seine Kreise zieht. Ziehen muss. In diesem Kreisen – hütet – und be-wacht – der Kondor das SEYN.
Der thermische Kondor hütet – das Seyn.

In dem der thermische Kondor steuert, bewegt er sich – kreisend. Aber indem er sich kreisend bewegt, bewegt er zugleich die Strömung – und damit sich selbst und die ganze Welt.

Wa-herum kann sich der Kondor kreisend stabilisieren?
Eben deshalb, weil er sein GEWICHT in die ER-WÄGUNG mit der STRÖMUNG  bringt!

Wäre der Kondor ohne Gewicht, er könnte nicht kreisen, nicht fliegen.

Der thermische Kondor be-wacht das Seyn. Er ist zugleich sein eigener Wächter, das kreisend sich Hütende und die zu bewachende Welt.

Jede Mathematik, auch die komplexeste Mathematik, lässt sich zurückführen auf und beruht in ihrem Wesen auf dem BOGEN (Flexion) und der BEUGE (Re-Flexion) In einem thermodynamischen Vollzug. Den (konstruktiven) Vollzug aber  kann sie immer nur in einem zeitlichen VERZUG  zur DAUER leisten.

Wenn ein Mathematiker Mathematik benutzt, kommt sie dann aus der Erinnerung oder aus seiner Zukunft?

Ein Gehirn oder ein Rechner rechnet entweder VOR oder er rechnet NACH.  Keine Mathematik der Welt aber rechnet synchron im echtzeitlichen Vollzug der Entropie. (Dauer) Diesen Vollzug kann nur das poietische (handelnde) Denken leisten. Das wäre der Moment, in dem die Philosophie in der Wissenschaft aufgeht. Eine Vermählung, die beide verändert. Oder anders gesagt:
Die Hochzeit von Ge-Denken und Physik.

Hausaufgaben für die große Sommerpause.

. . .

Der Kondor und das Mädchen.
(„Andenmärchen“, Dietmar H. Melzer, idime Verlag, ISBN 3-924026-13-0, Seiten 27-33)

Kleider werden von Frauen gefertigt. Doch der Mann macht die Schuhe. Sogar wenn er Diener hat, bindet er selbst für sich und seine Familie Leder und Wolle zu einem haltbaren Schutz für die Füße zusammen. Ein Bauer, der vor einiger Zeit am schäumenden Urubambafluß wohnte, war nicht so fürsorglich für seine Familie. Frau und Tochter gingen meist barfuß auf Weide und Feld. Eines Tages zog die Tochter mit der Lamaherde wieder einmal in die Berge. Felskanten und das scharfe Schallakagras verletzten ihre Füße dermaßen, daß sie bluteten. Ein Mann in einem schwarzen Poncho kam ihr entgegen. Mitleidig schaute er sie an.

„Du mußt große Schmerzen haben“, sagte der Mann.
„Oh, ja“, antwortete das Mädchen. „Aber ich kann nichts dagegen tun. Mein Vater hat mir keine Schuhe gegeben.“
„So darfst du nicht weitergehen“, sagte der Mann. „Ich will dich tragen, damit deine Füße wieder heilen.“ Er hob sie auf. Sie ließ es geschehen. Er trug sie um die Herde, mal hierhin, mal dorthin, sprach scherzend und neckend mit ihr, und sie lachten sehr viel. Als der Tag sich neigte, sprach er mit liebevollen Worten zu ihr. Dies weckte in ihr Verlangen nach Zärtlichkeit. Sie wurde seine Frau. Doch als sich ihre Sehnsucht erfüllte, spürte sie, daß sie flogen. Der Mann hatte sich in einen Kondor verwandelt und trug seine Geliebte in seinen Horst über der Schlucht. Als die Tochter am Abend nicht nach Hause kam, ging der Bauer sie suchen. In den Bergen fand er nur die unbewachte Herde. Voller Sorge führte er sie in das Tal zurück. Dem Mädchen in dem Horst ging es sehr gut. Der Vogel brachte ihr köstliche Speisen, zartes Fleisch von Meerschweinchen oder in Blättern gebackenen Mais. Er verwöhnte sie auch mit glitzernden Steinen aus dem Inneren der Berge. Einmal brachte er sogar farbige Muscheln aus dem grauen Meer mit. Nach einem Jahr gebar sie ein Kind. Doch war sie nicht glücklich. Ihr fehlten die Eltern, das Haus und die Herde. Auch die Freundinnen aus dem Ayllu vermißte sie sehr. Mit Heimweh im Herzen schaute sie in die Ferne, wo das vertraute Dorf sein mochte. Da gewahrte sie einen Kolibri, der zufällig vorbeigeflogen kam. „K´enti!“ rief sie. „Geh zu meinen Eltern und sag ihnen, wo ich bin!“

Der Kolibri ließ sich von ihrer Stimme rühren. Er flog zu den Bauersleuten im Urubambatal und brachte den gramgebeugten Eltern die Nachricht von ihrer Tochter. Unverzüglich wollte der Bauer mit anderen aus dem Dorf in den Horst steigen, um die Tochter zu befreien. Aber der Kolibri sagte: „Fangt zuerst zwei Kröten. Die legt ihr dem Kondor in das Nest. Ich will ihn damit täuschen.“

So geschah es. Die Leute fingen zuerst zwei Kröten und machten sich mit ihnen auf den Weg in die Berge. Behutsam schlichen sie sich an das Lager des Kondors heran und konnten die Tochter des Bauern und ihr Kind befreien. Ins leere Nest legten sie die zwei Kröten.

Der Kolibri indessen flog zu dem Kondor und erzählte ihm eine traurige Geschichte: „Ein böser Zauber ist über uns gekommen. Frauen und Kinder verwandeln sich. Deine Frau und dein Kind sind Kröten geworden.“ Ungläubig flog der Kondor in seinen Horst. Er fand tatsächlich nur noch zwei Kröten vor. Einsam zog er über der Schlucht seine Kreise. Doch anstatt nun für seine Tochter zu sorgen, schickte der Bauer sie wieder barfuß auf die Weide. Mit blutenden Füßen hütete sie die Herde. Und eines Tages kam jener Mann im schwarzen Poncho und schaute sie mitleidig an.

„So darfst du nicht weitergehen“, sagte der Mann. „Ich will dich tragen, damit deine Füße wieder heilen.“ Er hob sie auf. Sie ließ es geschehen. Er trug sie um die Herde, mal hierhin, mal dorthin, sprach scherzend und neckend mit ihr, und sie lachten sehr viel. Als der Tag sich neigte, sprach er mit liebevollen Worten zu ihr. Dies weckte in ihr Verlangen nach Zärtlichkeit. Sie wurde seine Frau. Wie damals erfüllte sich ihre Sehnsucht, und der Kondor trug sie in seinen Horst zurück. Als die Tochter am Abend nicht nach Hause kam, wußte der Bauer, wo er sie zu suchen hatte. Im Morgengrauen des nächsten Tages ging er mit allen starken Männern des Ayllu in die Berge. Sie hatten sich mit der Kriegskeule bewaffnet und sangen zornige Lieder. Doch als sie am Horst ankamen, hielten sie ein. Die Tochter des Bauern konnten sie nicht mehr befreien. Sie hatte inzwischen Flügel bekommen.

Labornotizen:
Antimaterie. Gegenmaterie…  („Gegen-Energie“ War Energie nicht immer Bewegung? Die Sprache spricht. Ein symmetrisch halluziniertes Glasperlenspiel. Sehr putzig.

Hier liegen überall Zettel herum mit Zitaten, wie Steine, die auch immer überall he-rum – liegen.

„Chramer, gip die varwe mir,
Krämer! Gib die Farbe mir, 
die min wengel roete,
Meine Wangen rot zu malen…“

„Sie scheinen immer noch nicht zu begreifen, womit Sie es zu tun haben.“

„Big things have small beginnings.“

Ich müsste den Tisch aufräumen.

Hier noch eins:

„Sie haben mein Mitgefühl.“

So viel Papier überall.

Juli 2012
 

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