Für Joseph Schelling

Nach meiner momentanen Auffassung ist Schelling  doch der deutsche Philosoph, der in dem Sternbild der deutschen Philosophie – Kant, Hegel, Fichte, Schelling – den besonderen Fixstern gibt, bei allem Respekt für die anderen, die ja zu diesem Sternbild gehören und dafür sorgen, dass Schelling nicht ganz herausgelöst da steht. Wenigstens  halte ich Schelling im Moment für etwas unterschätzt.

Was ihn mir gegenüber Hegel oder auch Kant etwas stärker hervortreten lässt, ist einmal das Unabgeschlossene und Prozesshafte, das Forschende seines Werkes. Schellings Werk bleibt in einer Fahrt bewegt, veränderlich und prozessualer und mehr fragender und forschender als die großen und runden scheinbar zu Ende komponierten Monumentalbauten Hegels oder Kants.

Was ihn aber für heutige Zeiten so besonders forschend macht, ist sein Instinkt für – ich nenne es mal:

Die Sichtbarkeit und das Schauen.

Schelling war derjenige, der die Problematik des „Auges“ oder des „Beobachters“ in die Philosophie vielleicht nicht direkt eingeführt, aber doch  öfter zentral betont und sprachlich aufgenommen hatte.   Schelling wäre damit ein Miterfinder der „Lichtung“ – die ja bei Heidegger dann auch eine zentrale Denkfigur wurde. Und eigentlich ist er der Philosoph, in dem die Selbstregulation als autopoetische Strömungsnavigation vorgedacht bleibt.

Schelling sagt:

„Die Natur ist der sichtbare Geist, der Geist die unsichtbare Natur“

„Die Natur schlägt im Menschen die Augen auf.“

Die beiden Sätze haben es wirklich in sich. Es sind zwar relativ bekannte Sentenzen seiner Philosophie, aber sie sind deshalb nicht blass geworden über die Jahre.  Auch nicht harmlos.
Man kann sich hier erschrocken fragen: Wer redet da eigentlich? Oder noch einmal anders gefragt:

Wo steht eigentlich der „Beobachter“, der diese beiden Aussagen trifft?

Irgendwie hat mich hier immer so ein Gefühl beschlichen, diese beiden Sätze von Schelling, wenn man sich nur ein wenig in sie vertieft, implodieren hinein in eine Fusionsreaktion und wieder hinaus.

Die Idee des „Beobachters“ explodiert hier.

Es explodiert hier sowohl die Natur als auch der Geist. Das kann
nur so gelesen werden: Das Universum spricht selbst.

Wenn man zugibt, dass die Idee der „Sichtbarkeit“ ebenso wie die Idee der „Unsichtbarkeit“ in einem sprachlichen Vergleichsprozess gekoppelt sein muss an das Licht.

Wenn diese Sätze ein Mensch spricht, der Schelling heißt, dann sind sie eigentlich absurd, weil ja die „Sichtbarkeit“ sowohl an die Natur (ein Auge als Organ) oder aber an das Licht (als Strahlung und als „Sehen“ im Sinne von Geist.) gekoppelt ist.

Man gerät dann in einen Frage-Fusions-Reaktor: Gibt es das Auge (organische Natur), weil es das Licht (Die Sichtbarkeit) gibt, oder ist es umgekehrt?
So muss ja auch die Unsichtbarkeit „gesehen“ werden.

Selbst wenn man sich erstmal vor dieser Frage drückt, dann steht man trotzdem vor dem Problem: Wer oder was ist eigentlich die Sprache, die von „Sichtbarkeit“ „Auge“ „Geist“ oder „Licht“ redet?

Wo steht hier der „Beobachter“ ?
Wer oder was redet hier eigentlich? Wo steht der Redner?

Schelling wäre damit der Erfinder eines „Redners“, der in das All hinein-explodiert.

Man kommt dann nicht umhin, sich entweder ein sprechend „Sichtbares“ vorzustellen oder ein sprechend „Gesehenes“.
Beides läuft aber dann wieder darauf hinaus, dass man das Licht als das All selbst sprechen hört.

Und genau so war es ja auch von Schelling ge-meint.
Schelling hat daraus nie ein großes Geheimnis gemacht.

Die Schellingsche Geist-Natur im Augenaufschlag „meint“ den Menschen.
Diese Geist-Natur sagt: Du bist gemeint. Ich meine dich. Ich will dich. Du bist gesehen, also geliebt.

Die Aufklärung, die sich hierin vollzog, war eine wirkliche AufKLARUNG, ein wirklicher Augenaufschlag, und zwar in beide Richtungen – in Richtung Geist und in Richtung Natur.
Denn dieses Schellingsche Auge sitzt nicht „vorne am Gesichts-Schädel“, nein, das Schellingsche Auge schlägt „im Menschen“ sein Lid auf.

Der Schellingsche Blick macht den Menschen transparent, zugleich sehend und zugleich sich selbst gegenüber durchsichtig. Deshalb hatte der Schellingsche Augenaufschlag immer schon das Potential, ein Blick ganz ohne blinden Fleck zu sein. Ein Blick der sich selbst durchschaut und trotzdem etwas sieht. Eben weil es ein „meinender“ und „gemeinter“ Blick zugleich ist.

Das ist: Ein Blick ohne Vergessen. Schellings Auge sitzt „im Menschen.“

Ein Blick, der sich selbst beim Schauen zuschaut – und trotzdem etwas sieht.

Wäre die nachfolgende Entwicklung in Europa diesem transparenten Schellingschen Blick gefolgt, es hätte keine schlimme oder katastrophale „Dialektik der Aufklärung“ wirken müssen. Weil in Schellings konkav/konvexer Anordnung von Geist und Natur die Dialektik ja selbst schon mitgedacht und transparent angeordnet ist. Und zwar als ein Schelling-Blick der uns „meint“ als auch „gemeint“ ist.

Denn die Aussage:

„Die Natur ist der sichtbare Geist, der Geist die unsichtbare Natur“

ist ja bereits eine Dialektik der Aufklärung, aber eben eine ganz
und gar lichte – eben eine KLARUNG als AUFKLARUNG. Im Licht.

Hier erzählen die Punkte über dem Ä in Aufklärung von einem ganz großen Mißverständnis. Denn diese Aufklärung konstruiert sofort den „Aufklärer“, der „aufklärt“ und folglich wider nur in eine Richtung schaut – aber genau das hat Schelling eben nicht gemeint. Schelling meinte ein AufklAren.

Schelling war auch ein fahrender Forscher, einer, der sich  selbst gegenüber veränderlich und fragend blieb.

Wie könnte man nun das fahrende und fragende Unterwegs-Bleiben mit dem Schellingschen Blick verbunden, noch besser beschreiben?

Weil ich mich hier an Schelling halte, würde ich sagen, gilt diese Überlegung auch für viele Forscher oder bewegt Bewegende, die also fahrend  – in einer Raumfahrung- unterwegs sind – so auch für mich selbst.

Denn wenn die Liebe zum Detail aus Explosionen kommt, dann gilt diese Explosion auch für einen sogenannten „denkenden“ Forscher, der gelegentlich am Schreibtisch sitzen muss. Wo er in Ruhe etwas detailiert aufschreibt.

Ein fahrender Forscher, der bewegt ist, muss deshalb immer mal wieder so etwas wie ein Putztag oder Haushaltstag einlegen, an dem er sich seiner eigenen Herkunft besinnt. Dabei kann er mögliche tote Winkel oder mögliche blinde Flecken überstreichen wie mit einem Putzlappen, damit da nichts einstaubt oder irgend etwas liegenbleibt, das seine Sicht peu a peu nachhaltig behindern könnte. Er muss seine eigene In-Volvierung (Einrollung) als eine Verpflichtung ernst nehmen zur Aufrichtigkeit gegenüber sich selbst und seinem eigenen Ernährungsstatus.

Zu so einer Putzaktion gehört die Frage nach den physisch-energetischen Vorraussetzungen seiner eigenen Forscherexistenz in Fahrt.

Rein physiologisch betrachtet wurde hier in den letzten Texten sprachlich beschleunigt. Es wurde gesprochen von energetischen Er-Innerungs-Akten der bewegten und beschleunigenden Dauer.

Ja, es wurde hier und da das Unhöfliche und Nichtwohnende, das Nomadische und Umherstreifende, sogar das Militärische, sozusagen etwas stark in den Vordergrund gerückt.

Es hätte hierbei der Eindruck sich ergeben können, als würde der fahrende Forscher das „Wohnende“ und „Habende“ oder das „Bürgerliche“ ein bisschen vernachlässigen oder schlecht wegkommen lassen. Aber das ist nicht so.

Tatsächlich befindet sich auch ein Forscher, wenn er seine Aufzeichnungen macht, in einer physischen Ruhe, das heißt in einem NACH-HER der physisch er-fahrenen Wahrnehmung. Seine Erwägungen, wenn er sie notiert, kommen aus einem NACH-HER

Das heißt, auch ein Forscher ist angewiesen, sofern er etwas aufzeichnet, auf eine Ruhe, oder auf die „Einrollung“ (In-Volvierung) seines Bewusstseins, wenigstens in den Momenten, in denen er sich als Aufschreiber betätigt oder aufzeichnend besinnt. (Hier erkennt man, dass auch die lateinischen Sprachen, wenn man genau hinhört, ebenfalls im kosmologischen Strom agieren.)

Auch der fahrende Forscher kann in Wirklichkeit nicht gleichzeitig reden und wahrnehmen. Sein Reden ist auch immer nur eine NACH-HER-Rede. Eine Nachricht im wörtlichen Sinne eines Nachberichts. Fast immer. Es gibt Ausnahmen.

Er könnte zum Beispiel essen und trinken, sich aktuell ernähren und dabei trotzdem schreiben. Noch im Schlucken kann er schreiben mit den Händen, zum Beispiel, dass er JETZT gerade sich ernährt. Aber auch dann hat er irgendwo VOR HER Schreiben gelernt und sich einen Computer gekauft.

Trotzdem oder gerade deshalb muss sich ein Forscher darüber Rechenschaft ablegen, dass er nicht voraussetzungslos agiert. Alle seine Einsichten oder Forschungs-Ergebnisse verdanken sich einem physiologischen VOR-HER, das nicht ihm selbst nur selbstgehört und das er nicht für sich selbst aus dem Nichts gezaubert hat.

Er kommt aus der Spur seines VOR-HER als in einer DAUERNDEN Spürung.

Deshalb darf ein sich  bewegender Forscher eigentlich nicht  – gegen –  die Vergangenheit  oder  – gegen –  Vergangenes polemisieren oder anstänkern. Denn die Vergangenheit schreibt ja gerade die Spürung, aus der er kommt, aus der sein Lernen und Forschen auf ihn kommt, seine ER-INNERUNG (Ernährung) und seine Entdeckungen und alle seine Einsichten.

(Eine Sache kann hier zwischendurch beschäftigen, wie eine kleine Relativitätstheorie ohne Mathematik: Eine Er-Innerung ist eine Form der Er-Nährung aus der Vergangenheit – wenn man zum Beispiel ein altes Buch liest, oder einen Text von Schelling.  Der Forscher könnte sich jetzt die Frage stellen, ob ein Stück Brot, das er zu sich nimmt, aus der Zukunft in ihn hineinkommt oder aus der Vergangenheit? Denn Essen ist ja auch wörtlich ein Er-Innern…wenn man ein bisschen darüber nachsinnt, fällt auf, dass man nicht mehr so genau sagen kann, ob ein Stück Brot aus der Vergangenheit oder aus der Zukunft kommt. Denn ein Stück Brot essen – heißt ja: Das Brot er-innern.)

Der fahrende Forscher muss sich selbst gegenüber sogar – das ist besonders schmerzlich – einräumen, dass sogar das Allerschlimmste und Allerschrecklichste der Vergangenheit ihn auch gemacht haben.

Er muss sich das einräumen, solange er auch Nutznießer all der guten Dinge ist, die aus der Vergangenheit auf ihn, und in ihn hinein, kommen.

Denn er bleibt  i n-volviert (eingerollt.)
Alles, was der fahrende Forscher ist, was er war und sein wird, speist sich aus einem VOR-HER. Und zu diesem VOR-HER gehören leider auch die schlimmsten und allerschlimmsten Ereignisse, Fehler und Katastrophen.

Es sind seine AHNEN. Er – ahnt – sie.

Aber in dem die AHNEN VOR-HER sind/oder waren – sind sie dann auch
sozusagen „vor ihm her“ –

Sie machen ihn – wie das deutsche Wort sagt: ÄHN-LICH.

Daraus ergibt sich, dass die AHNEN, die als sein VOR-HER wirken, nicht in einem einfach nurpolemischen Sinne kritisierbar sind.

Denn auch eine Kritik an den AHNEN bindet sich ja gerade wieder an die AHNEN und kommt aus den AHNEN.

Wenn man die Vergangenheit nurpolemisch kritisiert und sich für etwas besseres oder anderes hält, bleibt man AHNUNGS-LOS und damit im schlechten Kreis der sich ab-wendenden, platten, nurpolemischen Kritik.

Also geht die nurpolemische Kritik als Anklage an den AHNEN fehl, wenn sie sich kritisierend ab-wendet, als hätte der fahrende Forscher mit seinen AHNEN überhaupt nichts zu tun. Die AHNEN, die ja seine Spur sind. Seine Spürung. Insbesondere wenn er Teleskopie „nach hinten“ betreibt.

Denn indem er die AHNEN kritisiert, AHNT er sie ja gerade deshalb.

Er bleibt also wohl oder über mit ihnen verbunden. Auch dann, wenn er die AHNEN einfach nur kritisierenswert findet. Aber dass er die Ahnen kritisieren kann, kommt ja wieder von den Ahnen. … Er kommt also auch in der Kritik von den AHNEN nicht los. Denn die AHNEN  „machen“ seine Kritik. Das ist ihre „Macht“

Es bleibt ihm aber ein anderer Ausdruck möglich: Er kann die Ahnen bedauern. Weil in dem Wort BEDAUERN die DAUER noch mitgetragen wird. Das Bedauern ermöglicht es, den AHNEN zu sagen: Ich kritisiere Euch nicht polemisch für Eure Schrecknisse und Fehler und Irrtümer, aber ich bedauere euch, das heißt: Ich erinnere euch, ich habe über euch – dauernd – nachgedacht, und ich nehme das, was mir von euch überliefert wird, als ein WESEN. Denn auch ihr hattet eure an-dauernden AHNEN, an denen ihr wohl oder übel gebunden wart.

In dem ich Euch bedauere, lasse ich eurer Vergangenheit, die meine Gegenwart – wohl oder übel – ge-MACHT hat – die Würde.

Ich tue nicht so, als sei ich etwas besseres, denn ich weiß, dass ich euch ÄHNLICH bin, auch wenn ich versuche, aus Euren Fehlern kritisch zu lernen.

Das heißt: Ich gebe Ruhe.

In dem Wort Ruhe steckt das Wort BeRÜHRung drin und auch das Wort UHR.

Daran kann man sehen, dass Ruhe nicht Mauer oder Stoppschild oder Stillstand oder Ab-kehr meint. Auch nicht Starre (oder ein starres Starren – womit nun die höchst sinnfällige Verbindung zum „Schellingschen Auge“ hergestellt ist)
Die Ruhe bleibt eine UHR. Sie bleibt in BeRÜHRung mit den AHNEN und vor den AHNEN.

So muss man, als fahrender Forscher und Erinnerer, will man menschlich agieren, immer mitbedenken, dass eine Kritik an den AHNEN – das heißt an dem VOR-HER der Vergangenheit eben aus den AHNEN kommt und sich – auch in der Kritik – an die AHNEN bindet. Genau so, wie man selbst ja auch als Nutznießer aller guten und positiven Dinge von den AHNEN als ÄHNLICHER gebunden ist.

Manchmal – im beschleunigten Fluss des Forschens – vergisst auch ein aufmerksamer Forscher, dass er ganz und gar in der Spur seines VOR-HERS fährt und dann agiert er polemisch – wie zum Beispiel gegen die „physiklose Psychologie“.

Oder er agiert polemisch „gegen Goethe“ und so weiter…

So ist mir das ja hier auch schon passiert.

Tatsächlich aber speist sich ja die Gesamtheit seiner Einsichten aus einer DAUER oder aus einem Be-DAUERN in BeRÜHRUNG mit dem VOR-HER, so auch – zum Beispiel – mit der Psycholologie, sei sie nun physiklos oder nicht, ebenso mit einer Physik, die das Cern ermöglicht hat, aus dem dann wieder das Internet herausgewachsen ist.

Seine Forscherfahrt speist sich also physiologisch sowohl aus allen Texten und jeder Art von Literatur, mit der er jemals in BerÜHRrung gekommen ist. Als auch von allen Irrtümern. Dies schließt sogar die scheinbare NichtberÜHRung mit ein. Denn auch eine Nichtberührung ist ja ein lenkendes und steuerndes Element auf seinem Weg in Fahrt. (Das wären so etwas wie die „stummen“ Pausentakte in der Musik. )Sie speist sich zudem auch von seiner Kritik an allen Begegnungne und Nichtbegegnungen.  Und natürlich aus allen Gesprächen mit Menschen und Lebenserfahrungen – die er er-innert. Zudem speist dies alles auch die Möglichkeit, sich selbst zu irren. Und sie speist sich auch von aller Technik, die er benutzt. Dazu gehören Straßenbahnen ebenso wie Bibliotheken.

Deshalb darf ein Forscher nicht den Fehler machen, die ganze Vielfalt, die er selbst erinnert oder erinnern darf – einfach zu ver-gessen. Denn diese Vielfalt könnte man als den notwendigen SCHAUM bezeichnen – als den SCHAUM, den es notwendig braucht, damit daraus eine neue Einsicht oder eine neue Erkenntnis sozusagen wie eine Aphrodite (Die Schaumgeborene) hervorsteigen kann.
Die Aphrodite wäre im Falle eines Forschers zum Beispiel ein Forschungsergebnis, eine Entdeckung, eine neue Einsicht in einem Berührungszusammenhang mit dem Schaum, der auch ein Ernährungs-Zusammenhang bleibt.

Deshalb darf ein um-sichtiger Forscher auch nicht „gegen“ den Schaum polemisieren. Wenn er es doch manchmal tut, dann aus einer bewusstlosen Bewegung heraus, die aber möglichst klein gehalten werden muss, denn eine Aphrodite hat nichts gegen den Schaum zu klagen, der sie geboren hat. Das muss er an seinen „Putztagen“ in der IN-VOLVIERUNG (Einrollung) immer mit erinnern.

Die „Neuheit“ von Erkenntnissen oder Einsichten muss er immer wissend an das VORHER gebunden lassen. Er kann sie dann immer als eine ÄHNLICHE Neuheit empfinden, ahnend, und nicht als eine absolut und total neue Neuheit.

Eben deshalb muss der Forscher auch manchmal einen ganz bürgerlichen
„Haus-Halts-Tag“ der Ruhe einlegen – in dem er sich seiner eigenen psychisch-physisch-informationellen Grundvorraussetzungen er-innert – wie an ein RUHENDES – BerÜHRendes

So lässt sich vielleicht der scheinbare Widerspruch klären, dass ein fahrender Forscher ja in dem Moment der Aufzeichnung in Ruhe sich befindet. Weil aber die Ruhe in Berührung bleibt, geRÜHRTt bleibt, ist sie keine einfache Starre. (oder ein Starren.)

Die Fahrt geht so auch in der Ruhe weiter. Nämlich in der In-Volvierung (Einrollung, Ein-Rührung) dreht sie sich sozusagen – ahnend – rührend – weiter in die Fahrt – der Dauer.

Der Forscher geht der Frage nach, aus welchen BerÜHRungen sein eigener Forscherdrang sich speist.

Er wird dann erkennen, dass zu diesen In-Volvierungen (Einrollungen) absolut alles gehört, mit dem er jemals in BeRÜHRung gekommen ist. Und das ist immer ganz viel Verschiedenes – also eine Vielfalt. Dazu ge-hören auch Lust, Freud, Schmerz, Ärger, gute und schlechte Erziehung, traurige oder schöne Erinnerungen, Filme, Bilder.. ebenso wie gute und schlechte Texte und alle Technik als Hardware oder Software.

Diese – sozusagen forschungshygienische Maßnahme in der eigenen „Einrollung“ (In-Volvierung) bleibt sehr wichtig, damit der Forscher nicht zu einem nurpolemischen, nurkritischen, also unmenschlichen Forscher sich einwendet – das heißt: AHNUNGSlos wird, sich dann ab-wendet von dem, was ihn spürend informationell gemacht hat, weiter sein lässt und weiter neugierig forschen lässt.

So bleibt er als fahrender Forscher immer ÄHNLICH. und AHNEND. Und er erhält sich die liebes-wichtige AnRÜHRUNGung, die er – auch in der Kritik – nicht vergisst.

Er bewegt sich: In Ruhe.

Schelling bleibt für mich jedenfalls bis auf weiteres ein ganz wichtiger
Philosoph.

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