Tagebuch: Die zwölf Jahreszeiten.

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Januar

Der Gang des Blinden,
ein Stock, der Stock, dieser Stock,
kreuzt er meinen Weg.
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Februar

Silberpapiere
in Zigarettenschachteln
wie auf den Dächern.
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März
Unter ihrem Kopf,
versteckt in diesem Kissen
ruht eine Feder.
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April
Räder aus Eisen
fahren die Schienen so blank,
für den Wolkenzug
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Mai

Der Maulwurfshügel
schwarz auf der Wiese dort links
Ist eine Katze.
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Juni

Hellrot schließt der Ring.
Die Schaumgründe der Zunge
sind Mund und Finger.
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Juli

Erst Blitz, dann Donner
Leuchtdioden, Pfefferminz
Klappt auf das Fenster!
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August:

In der Halle steht
ganz nah am Ventilator
etwas geschrieben.
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September:

Über den Fischen
treibt in talberuhigtem Strom
ein Heliumballon
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Oktober:

Hinaus! Geht hinaus! –
ruft die Frau mit dem Besen
Dann schließt sie die Tür.
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November:

So hell am Tage,
Sehr früh auf den Straßen,
scheinen die Lampen.
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Dezember

Die Wände in Kalk,
Eisen, dickes Stroh und heiß
der Atem des Pferds.

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